Medizinisches Qigong als Therapie bei chronischen Erkrankungen

qi gong

Den Einsatz und die Wirkung des medizinischen Qigong bei chronischen Erkrankungen untersuchte eine wissenschaftliche Studie, die vom Tai Chi Verein Shambhala Wien durchgeführt wurde. Erstmals in Österreich sollte bei diesem Forschungsprojekt die Wirkung des medizinischen Qigong auf die Gesundheit chronisch Kranker wissenschafftlich untersucht werden.

Chronische funktionelle Störungen und Erkrankungen haben oft einen langen Entwicklungsprozess, können aber bei entsprechender Aufmerksamkeit schon früh erkannt werden. Leichte Rückenschmerzen, Probleme mit der Verdauung, Energieschwäche, allgemeine Unruhe und ähnliche Symptome weisen auf ein erstes Stadium des körperlichen Ungleichgewichts hin.

Während sich jedoch die westliche Schulmedizin für dieses Stadium des “leichten Unwohlbefindens” nicht zuständig fühlt, richtet die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ihren Fokus auf die Harmonie bzw. Disharmonie des ganzen Menschen. Qigong ist neben Kräuterbehandlungen, Akupunktur, chinesische Massage und Ernährung ein zentraler Bestandteil der TCM.

Hier setzte das vom Fonds Gesundes Österreich unterstützte Forschungsprojekt an: Als ganzheitliche Heilmethode richtet Qigong die Aufmerksamkeit auf das har- monische Gleichgewicht des Patienten. Durch bestimmte Körperhaltungen, Atmung, Aufmerksamkeit und Vorstellungskraft werden ungleich verteilte Energien in Einklang gebracht und die Abwehrkräfte stimuliert. Ebenfalls ein zentraler Punkt: Qigong ist eine Selbsttrainingsmethode, die nach anfänglicher fachgerechter Anleitung täglich selbst zuhause trainiert werden kann. Die Trainingsprogramme der Patienten umfassen Einheiten von ca. 15 bis 20 Minuten. Dadurch wird auch die Eigenverantwortlichkeit des Patienten gefördert.

Im Rahmen des Projektes wurde erstmals in Österreich die Wirkung von Qigong- Trainigsprogrammen auf Patienten mit chronischen Erkrankungen wissenschaftlich begleitet, untersucht und dokumentiert. Zu diesem Zweck wurde der Qigong-Unterricht des Tai Chi Vereins Shambhala so adaptiert und ergänzt, dass er als Grundlage für die wissenschaftliche Begleitforschung herangezogen werden konnte. Um ein möglichst breites und aussagekräftiges Studienergebnis zu erhalten, wurden zusätzlich zu den Klienten des Vereines Patienten von ca. 150 Ärzten in das Projekt eingebunden, um die spezifischen Zielgruppen der einzelnen Bereiche (Herz/Kreislauf, Wirbelsäule, etc.) erfassen zu können.

Es wurden insgesamt 150 Personen befragt, manche von ihnen besuchten mehrere Qigong-Kurse parallel oder nacheinander, so dass sich die Zahl der untersuchten ‚Fälle‘ auf 179 erhöht (inkl. mehrmals Befragte). Die Befragung wurde jeweils vor und nach dem medizinischen Qigong-Kurs durchgeführt, aus den Veränderungen des Wohlbefindens bzw. der Krankheitssymptome wird auf die Wirkung der Qigong-Praxis geschlossen. Der Kern der Untersuchung waren diese Fragebogenerhebungen, ergänzt durch die Erfahrungsberichte der Qigong-Lehrer.

Natürlich ist jede diesbezügliche Aussage unter der Einschränkung zu sehen, das die vorliegende Untersuchung sowohl im Umfang (Anzahl der TeilnehmerInnen, Dauer des Trainings) als auch im wissenschaftlichen Ansatz (keine Kontrollgruppe, keine Untersuchung der Nachhaltigkeit der Wirkung) nicht umfassend sein konnte. Dies hätte den Rahmen des Projektes gesprengt.

Das Forschungs-Projekt wurde vom Fonds Gesundes Österreich gefördert. Der Gesamtbericht liegt im Tai Chi Verein Shambhala und beim FGÖ vor.

Die Ergebnisse dieser Fragebogenerhebung bei 179 TeilnehmerInnen an Qigong-Kursen bestätigen die Vermutung, dass Qigong sowohl vorbeugend positiv auf das gesundheitliche Befinden wirkt, als auch Verbesserungen von Beschwerden bei teilweise chronischen Erkrankungen hervorruft:

Folgende Kurse des Medizinischen Qigong wurden wissenschaftlich begleitet:

Herz/Kreislauf, Verdauung, Wirbelsäule/Gelenke/Stress, Gehen, Konstitution stärken.

Die Beschwerden – in 34 Kategorien abgefragt – entsprachen der Ausrichtung der Kurse: es dominierten die ‚Krankheitsbilder‘ chronische Verspannungen, Müdigkeit/Erschöpfbarkeit, Verdauungsprobleme, Innere Gespanntheit, chronische Rückenschmerzen, Wirbelsäulen- und Muskelprobleme, Angstgefühl/Nervosität sowie Antriebsschwäche/Motivation.

Übersicht 1 zeigt die Veränderung der Beschwerden in diesen 34 Kategorien nach jeweils einem Semester Medizinischer Qigong-Praxis:

Übersicht 1

 

Die Häufigkeit von mäßigen oder starken Beschwerden verringert sich insgesamt im Laufe eines Semesters, in dem ein Kurs Medizinisches Qigong besucht wurde, um etwa 30%, die Häufigkeit der starken Beschwerden alleine sogar um 47%.

Auffallend ist auch die Verringerung der Schmerzen bei all jenen, die vor dem Beginn des Qigong-Trainigs über Schmerzen klagten: Bei über der Hälfte der 94 TeilnehmerInnen, die am Beginn des Qigong-Trainings angaben, sie hätten Schmerzen, sind die Schmerzen am Ende des Kurses geringer (Übersicht 2).

Übersicht 2

 

Auch die Medikamenteneinnahme hatte sich bei 28% der Qigong-SchülerInnen (die zu Beginn des Semesters Medikamente genommen hatten) nach einem Semester verringert.

Wobei der zeitliche Ablauf sogar eine vorübergehende Steigerung von Beschwerden mit einschließen kann. Häufig erhöht sich nämlich in den ersten Wochen des Übens die Empfindsamkeit und die Wahrnehmung der Beschwerden: Durch die vermehrte Zuwendung zu sich selbst kommen Beschwerden und Schmerzen in die bewußte Wahrnehmung, die ansonsten ignoriert oder unterdrückt werden. Auch ist das Phänomen einer möglichen ” Erstverschlechterung” im Qigong bekannt, sodass es der Erfahrung und Zuversicht des Lehrers und auch älterer SchülerInnen bedarf, um motivierend zum weiterüben zu verhelfen. Doch die wohltuende Erfahrung von Qi, Wärme, Entspannung und Loslassen helfen bald auf eine tiefere Ebene des Qigong vorzustoßen.

Macht man Qigong begleitend zu anderen Therapien, ist die Verringerung der Beschwerden noch etwas deutlicher als ohne begleitende andere Therapien.

Dasselbe gilt für TeilnehmerInnen, die außerhalb des Kurses auch noch selbst Qigong üben: Auch bei ihnen verringern sich die Beschwerden noch ein wenig deutlicher als bei jenen, die nicht selbständig üben. Die Steigerung ist allerdings mit wenigen Prozentpunkten nicht überragend, was folgendermaßen erklärt werden kann: Das richtige Ausmaß des Übens sollte sehr individuell betrachtet werden. Für manche TeilnehmerInnen ist ein ein- bis zweimaliges Üben von je 20 Minuten pro Woche adäquat, für andere jeden Tag eine Übungseinheit von 30 Minuten und länger. Auf alle Fälle ist vor verbissenem und ehrgeizigen Üben abzuraten, da die positiven Effekte von Qigong durch zuviel ‚Wollen‘ behindert werden.

In der Studie untersuchten wir neben den Veränderungen symptomspezifischer Beschwerden und Schmerzen auch Veränderungen des Allgemeinbefindens der Qi- gong-Übenden. Es ergab sich, dass sich bei einem hohen Prozentsatz (66%) der TeilnehmerInnen das allgemeine Wohlbefinden sowie der gesundheitliche Allgemeinzustand verbesserten, was ja neben den symptomspezifischen Verbesserungen im Rahmen des ganzheitlichen Ansatzes von Qigong von großer Bedeutung ist (Übersicht 3).

Übersicht 3

 

Diese Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens lässt sich in Fragebögen schwer abfragen – und dennoch berichten fast alle TeilnehmerInnen von subjektiv erlebbaren positiven Effekten. Vorallem auch auf der emotionalen und geistigen Ebene kommt es zu mehr Lebensfreude, mehr Interesse an sozialen Kontakten oder einem Sicherheitsgefühl, für die eigene Gesundheit etwas machen zu können. Oft wird auch die größere Gelassenheit und Ruhe im Alltag, insbesondere in Stresssituationen hervorgehoben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Ergebnisse der Fragebogenerhebung bei 179 TeilnehmerInnen an Qigong-Kursen dafür sprechen, daß Qigong sowohl po- sitiv auf das allgemeine gesundheitliche Befinden wirkt als auch Verbesserungen teilweise chronischer gesundheitlicher Beschwerden hervorruft.

Die vorliegende Studie bestätigte also trotz ihres beschränkten Forschungsumfanges erstmals mit österreichischen Daten die Ergebnisse jener internationaler Studien, die sowohl positive Auswirkungen von Qigong auf Krankheitssymptome als auch eine vorbeugende positive Wirkung auf die Gesundheit insgesamt aufzeigen.

Quelle: Tai Chi Verein Shambhala, 2000/2001, http://www.if-wiener-kreis.com/wp-content/uploads/Qigong-Studie.pdf

 

Qigong im Allgemeinen

Im Qigong wird versucht, das Qi zum Fließen zu bringen und damit die Grundlage für ein körperliches und seelisches Wohlbefinden zu legen. Das Qi (Lebensenergie) strömt dabei entlang der Meridiane (Energieleitbahnen) im Körper in einem endlosen Kreislauf. Der Fluss der Lebensenergie wird reguliert und die Selbstheilungskräfte des Körpers werden aktiviert.

Wirkungen des Qigong bei regelmäßiger Übung:

  • Fördert und erhält Gesundheit und Wohlbefinden.
  • Beugt Krankheiten vor, stärkt das Immunsystem und aktiviert unsere Selbstheilungskräfte.
  • Hilft die Beweglichkeit der Gelenke zu erhöhen und Muskeln zu stärken.
  • Reguliert und harmonisiert Blut-, Lymph- und Energiefluss im Körper und reguliert das gesamte Nervensystem.
  • Verbessert unsere Konzentrationsfähigkeit und Koordination der Bewegungen.
  • Fördert Sensibilität und Selbstwahrnehmung.
  • Therapie und Rehabilitation unterstützend und wirkt prophylaktisch und begleitend bei vielen Zivilisationskrankheiten.

Institut Tonn – Zentrum für Qigong – Taiji – Shiatsu – Karate
Karlgasse 4-6, 9500 Villach
Tel. 0664 / 2624754,  www.institut-tonn.at

Aktuelle Qigong-Kurse

 

 

 

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